Berichte
Wanderung im Südteil des Eichholzes
Bei guten Wetterbedingungen starteten 20 Teilnehmer, um sich im Südteil des Eichholzes auf wenig bekanntem Terrain umzusehen. Die gemeinsam vom Wald.Gesch.Verein und GEOPARK organisierte Tour verlief anfangs auf der Landesgrenze NRW-Hessen.
Gestartet wurde am alten Grenzsteinen Nr 65 aus dem Jahre 1785. In der Nähe konnte die mächtige Westhoff-Buche bestaunt werden. Sie weist wie auch die Namengeber der dortigen Waldwege auf verdiente Forstmitarbeiter hin, etwa Kleinhorst, Kretschmer, Borländer, Backhaus und Frese. Weiter ging es im Diebestal steil bergauf zu den ersten bronzezeitlichen Hügelgräbern.
Diese hatte der Dorfschullehrer Georg Fieseler schon um 1930 herum als solche erkannt.
Er erhielt die Erlaubnis zu ersten vorsichtigen Untersuchungen, oftmals von den Schulkindern unterstützt. Fieseler meldete auch die bedauerliche Weiterverwendung von abgetragenen Decksteinen für den Waldwegebau. Dieses war Veranlassung, nun Profi-Archäologen um 1935 untersuchen und kartieren zu lassen.
Das Eichholz bot damals ca 25 Grabhügel, etwa genausoviele wie im benachbarten Stock. Leider sind viele Gräber in früheren Jahrzehnten von Grabräubern geöffnet worden und auch in Unkenntnis beim Forstwegebau verschwunden. Bedeutende Funde waren vereinzelte Bronzeteile, Keramikscherben und Leichenbrand.
Die Toten jener Zeit wurden als sog. Höckergrab, im Baumsarg oder auf einem Totenbrett innerhalb der kreisrunden nur 1,5 m hohen Hügel hergerichtet. Bedenkt man, daß seitdem bis zu 4000 Jahre verstrichen sind und sich die Landschaft ständig verändert, so braucht es einige Zeit und viele Beispiele, ehe die Wanderungs-Teilnehmer allmählich "ein Auge" entwickelten für mögliche Grabhügel.
Der zuständige Revierförster Rolf Henkel kündigte an, diese Grabhügel und Grenzsteine zu kennzeichnen, sodaß auch ortsfremde Waldfacharbeiter mit schwerem Gerät diese Kulturgüter besser erkennen und schützen werden. Eine lobenswerte und zur Nachahmung in anderen Revieren empfohlene Aktion ! Neben den kleinen Schürfstellen und Mini-Steinbrüchen weit verstreut im ursprünglichen Buchen-Walde konnte auf eine baldige Veröffentlichung in der "Warte" hingewiesenwerden: Der in Welda aufgewachsene und nun in Heidelberg tätige Physiker Dr Claus Hillebrand geht auf den sog. Volkmarser Graben mit Eisenerzvorkommen und ihrer möglichen mittelalterlichen Nutzung ein. Revierleiter Henkel vermittelte unterwegs Informationen zum wertvollen Elsbeeren-Baum, zu den Methoden der gassenartigen Rückewege und den Pflegemaßnahmen der benachbarten Kalkmagerrasen-Flächen. Dass auch noch die ersten Frühblüher wie Seidelbast und Leberblume und der mannigfach austreibende Aronstab gefunden wurden, rundete die Wanderung in schwierigem Gelände ab, tatsächlich über Stock und Stein.
Abschließend war man sich einig, zukünftig im Waldgebiet "Stock" ebenfalls die dortigen Hügelgräber aufzusuchen, die Sandsteinbrüche anzulaufen und vom Revierförster Informationen aus erster Hand zu erhalten. Die Größe des Waldgebietes macht auch hier mindestens eine zweigeteilte Aktion notwendig, die zu gegebener Zeit bekannt gemacht wird.
In unserem Galeriebereich haben Sie direkten Zugriff auf die Fotostrecke der Eichholzwanderung.
Walter Bracht: 28.3.2010
