Berichte
Frühjahrswanderung im Quast (Teil II)
Per Fahrgemeinschaften ging es ab dem "KRUG" mit PKWs in den Quast zum Treffpunkt nahe dem Stockstein. Erfreulicherweise hatten sich 40 Teilnehmer eingefunden, darunter viele Kinder.
Gleich zu Anfang wurde Interesse geweckt durch die ausgelegten, typischen Fundstücke des zu begehenden Gebietes : Versteinerungen aus den Muschelkalk-Blöcken wie Muscheln und Seelilien, Tonscherben und Feuersteinwerkzeuge vom Gaulskopf, gebrannter Kalk und Holzkohle.
Erster Halt an den schönen alten Grenzsteinen, die auch heute noch die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen bzw. die Kreise Waldeck-Frankenberg und Höxter markieren. Auf den Erhalt und die Verpflichtung der Anliegergemeinden sowie pfleglichen Umgang bei forstlichen Arbeiten wurde besonders hingewiesen.
Nach wenigen Hundert Metern war auch schon der äußere westliche Wall der Höhensiedlung Gaulskopf erreicht, vermutlich jener Teil, der als Viehkoppel diente. An der Schmalstelle schneidet der moderne Waldweg den inneren Wall und gibt die eigentliche Siedlungsfläche frei, nach den letzten Ausgrabungen vor ca 18 Jahren weitestgehend mit Ahorn aufgeforstet. Von den damals freigelegten Grundrissen der Gebäude ist nichts mehr zu sehen. Einziges markantes Bauwerk und leicht zu finden: das Doppelkammer-Tor, auf Wethen weisend. Dennoch wurde insbesondere den Kindern klar, welch herausragende und schwerlich zu bezwingende Wallanlage der Gaulskopf für Angreifer darstellte. Am Beispiel einer kaum wahrnehmbaren und mit Flatterband gekennzeichneten Erdspalte wurde verdeutlicht, daß der Berg "arbeitet", eventuell sogar einmal abbrechen kann.
Nach dem erneuten Passieren der Grenze ging es zur "Wahlsburg", einem Hochplatteau mit merkwürdigen Profilen und Strukturen. Ob es sich hier ebenfalls um eine historische Stätte handelt, ist weiterhin ungewiss, viele Deutungen sind möglich, Belege gibt es nicht. Dennoch hätte sich dieser Ort ganz gut dafür geeignet - Genau wie der Gaulskopf mit steilen Flanken versehen, Wasserquellen im Umfeld .... Am Auffälligsten heutzutage, aber nur dem geübten Auge vertraut, und per Flatterband markiert: die Spalten, Höhlungen und Trichter im Fels - typisch für den Quast. Nach knapp 3 Std waren alle Teilnehmer wieder am Ausgangspunkt zurück, bevor ein leichter Regen einsetzte.
Zur Erinnerung konnte sich Jedermann eine Versteinerung der Seelilien einstecken, jener "Hexenpfennige", die es vor Abholzung der markanten Quastholle dort an höchster Stelle so zahlreich zu finden gab.
Es wird versucht diese Art von heimat- und naturkundlichen Wanderungen in unseren anderen Waldgebieten fortzusetzen, im Rahmen der GEOPARK-Aktivitäten.
Author: Walter Bracht, im Sommer 2009
In unserem Galeriebereich haben Sie direkten Zugriff auf die Fotostrecke der Frühjarswanderung.
