Besuch der Kaserne und des ITS
Die BezGruppe Diemelstadt im WGV war mit 25 Interessierten nach Bad Arolsen aufgebrochen, um sich von kompetenten Begleitern zwei bedeutende Einrichtungen erläutern zu lassen.
Dr. Bernd Zimmer vom Verein HISTORICUM 20 e.V. referierte im Stabsgebäude der Kaserrne. Er zeigte in einem kurzweiligen Vortrag auf, wie sich in der Garnisonsstadt Arolsen mit "seinen 83ern" aus einer kleinen Kaserne nach mehrfachem Nutzer-Wechsel innerhalb der letzten 100 Jahre ein großer Militär-Komplex entwickelte, an den heute nur noch die historischen Gebäude erinnern.
Daß das "Kurhessische Infanterieregiment Nr 83 von Wittich" in bescheidenen Verhältnissen untergebracht war, zeigten vorallem die in den Rohbau-Zustand zurückversetzten Zellen des Wachgebäudes. Man darf gespannt sein, wenn die Restaurierung abgeschlossen ist.
Der nächste Nutzer in Form von SS-Einheiten mit Kavalerie-Zuordnung, später dann in Verbindung mit dem KZ-Buchenwald-Außenlager, war der richtige Einstieg zum anschließenden ITS-Besuch. Die letzte Belegung mit belgischen Panzertruppen war den meisten Teilnehmern noch am Vertrautesten.
Einigkeit herrschte bei der Bewertung der heutigen Nutzung, einer gelungenen Integration historischer Bausubstanz mit den Erfordernissen eines Innnenstadtnahen Versorgungszentrums.
Der Allee-Spaziergang am Rathaus vorbei zum ITS erinnerte nochmals an die Nutzung als Schule, dann als erste Adresse für die IRO in Arolsen. Frau Lorenz ermöglichte in einem umfassenden und engagierten Vortrag einen Einblick in einen der größten Bad Arolser Arbeitgeber. Am Ende waren die Besucher nach so viel Information nicht nur geschafft, sondern auch betroffen von den vielen beispielhaft und mit Original-Belegen nachvollzogenen Schicksalen der Zwangsarbeiter oder Inhaftierten. Die perfekte Maschinerie des Systems funktionierte selbst noch einen Tag vor der Befreiung der KZs, wenn sogar aus Mangel an Schreibpapier die Rückseite von Militärkarten herhalten musste, und sei es für den Nachweis von Entlausungen oder Impfaktionen.
Allen Teilnehmern wurde klar, welch ungeheure Verantwortung und Verpflichtung mit der peniblen Sicherung, Dokumentation von mehr als 50 Mio Belegen, und zunehmenden Forschungen der hier tätigen gut 300 Mitarbeiter verbunden ist - es sind immerhin rund 18 Mio Einzelschicksale in den Archiven verwahrt !
